Jedes Mal, wenn Sie Ihr Haus oder Ihre Wohnung verlassen, können Sie ihn entdecken – einen riesigen
bunten Garten. Der Frühling ist da! „Gottes bunter Garten― ist ein riesiger Hit der Kinder in den Gemeinden unserer Kirche. Das Lied schenkt ihnen eine lebensnahe Sprache die Schöpfung Gottes zu loben.
So zählen zu ihr die Pflanzen und Bäume, die Tiere, das weite Himmelszeit und schließlich auch Vater und Mutter, sozusagen
der Mensch als Krone der Schöpfung.
Es ist ein paradiesisches Bild, was da beschrieben und besungen wird.
Demgegenüber aber stehen viele Erfahrungen unseres Lebens.
Erst kürzlich verstarb eine Frau in meiner Nachbarschaft. Oder da ist der krebskranke Mann, der jetzt angestrengt versucht, gegen die Krankheit anzugehen. Schalten wir die Nachrichten im Fernsehen ein, können wir uns fast tagtäglich einen Terroranschlag, Bilder von Erdbebenopfern und Gesichter von Opfern körperlicher und seelischer Gewalt ins Wohnzimmer holen.
Schauen wir schließlich auf unseren persönlichen Alltag, so sind seine Bedrohungen oft zahlreich aufzählen: Während den einen die Sorge um den Arbeitsplatz Kopfzerbrechen bereitet, ist es bei den anderen die krisengeschüttelte Ehe, das Gefühl, nicht gebraucht zu sein oder die ungeahnt hässliche Missgunst von Nachbarn und Mitmenschen.
Angesichts solcher Not in nah und fern fällt es
vielen nicht einfach, von „Gottes bunten Garten― zu
singen und Gott zu loben. Im Gegenteil besitzen
die negativen Ereignisse und Gefühlslagen eine
große Macht, welche die Blicke nach vorn fesseln
und die Sicht auf bessere Tage verbauen will.
Die Versuchung, nichts Gutes mehr zu sehen,
kannte auch Martin Luther. Er selbst erfuhr immer
wieder, wie sehr die Not der Welt und die seines
Lebens ihn verzweifeln ließen.
Sein Blick auf den Schöpfer der Welt war verbaut.
Dem, der doch „alles so herrlich regieret― konnte er
bisweilen auch nicht mehr vertrauen. Bei ihm zeigt
sich, dass niemandem das Paradies auf der Erde
verheißen ist.
Und trotzdem – oft und viel singen die Kinder
unserer Kirche das Lied von „Gottes buntem Garten―.
Es ist, als wenn sie ermutigen wollen, die
Welt mit ihren Augen neu zu entdecken. Das heißt
nicht, dass alle Not ein Ende hat. Aber könnte es
nicht sein, dass sich gerade so – trotz aller Not –
mancher Blick nach vorn wieder auftut?
In diesem Sinne wünsche ich uns allen Gottes
schöpferischen Geist
Im Namen des Kirchenvorstandes
und Pfarrer Krieger,
Ihr Vikar Schober.
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Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 25. Mai 2010 )
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